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Florian Russi

Im Zeichen der Trauer
Tröstungen für Hinterbliebene

Dieses Büchlein will denjenigen helfen, die durch den Verlust eines geliebten Menschen in Trauer, Schmerz und seelische Not geraten sind. 

Carl Maria von Weber

Carl Maria von Weber

Ulrike Unger

Der wohl berühmteste Sohn Eutins ist Carl Maria von Weber. Ihm zu Ehren finden jährlich seit 1951 im Schlossgarten der ostholsteinischen Kleinstadt die Eutiner Festspiele mit Opern und Operetten statt.

Weber wurde als Carl Maria Friedrich Ernst von Weber 1786 geboren. Sein Geburtshaus in der Lübecker Straße 48 in Eutin steht noch heute, wohingegen sein genauer Geburtstag unsicher ist. Nur der 20. November 1786, der Tag der Taufe, gilt als klar. Die Taufe fand in der Kirche des Eutiner Schlosses statt. Sein Vater Franz Anton von Weber, ursprünglich Hofkapellmeister, war unter anderem Offizier und Stadtmusikus.

Dass Vater Weber sich ein Wunderkind wünschte, lag vielleicht in der Präsenz hochkarätiger Musiker im Familienstammbaum. Immerhin war seine Nichte die Frau Wolfgang Amadeus Mozarts. So hatte er schon früh ein Auge auf die musikalische Ausbildung seines Sohnes. Im Alter von neun schrieb Carl Maria von Weber seine erste Komposition, eine Orgelfassung des Lutherliedes „Vom Himmel hoch”. Mit 13 bestritt er sein erstes Piano-Konzert. Dabei hatte sein Stiefbruder Fridolin, der ihn anfangs unterrichtete, ihm einst prophezeit, er werde nie ein Musiker und ihm dabei mit dem Geigenbogen auf die Finger geschlagen. Heute zählt Carl Maria von Weber zu den bekanntesten und meist geschätzten Komponisten der Romantik.

Jedoch hatte der Musiker es zu Beginn keineswegs leicht, sich zu verwirklichen. Von Geburt an litt er an einem Hüftschaden, der nicht zu beheben war und so hinkte er in späteren Jahren. Mit der Familie zog er 1787 von Eutin nach Hamburg, denn der Vater hatte beschlossen als fahrender Theaterdirektor mit einer kleinen Schauspieltruppe durch die Lande zu reisen. Das unstete Leben bedeutete für den jungen Carl Maria Abenteuer und Anstrengung zugleich. Beflügelnd für seine kindliche Phantasie muss damals die herrlich bunte Theaterwelt gewesen sein, in der er aufwuchs. Sein Spielplatz befand sich zwischen Kulissen, Kostümen und Requisiten. Seine Mutter, Genofeva Weber, hatte allerdings ein sensibles Gemüt und tat sich schwer mit dem regen Reiseleben der väterlichen Theatergesellschaft.

Seine Ausbildung setzte Carl Maria von Weber später in Wien und München fort. Seine wichtigsten Mentoren waren Johann Michael Haydn, der Bruder Joseph Haydns, und Abbé Vogler. 1804, gerade einmal achtzehnjährig, wurde Weber Kapellmeister in Breslau. In diesen zwei Jahren, in denen er hier wirkte, schob er viele tragende Veränderungen an, wie etwa die Orchestersitzordnung und die Einführung von Probenabläufen, nach deren Muster bis heute verfahren wird. Anschließend war er ein halbes Jahr als Kapellmeister am Hofe Eugens von Württemberg tätig. Aufgrund persönlicher Verschuldungen, die er für eine Liebschaft auf sich nahm und Geldunterschlagungen des Vaters wurde Weber vom Hof verbannt. Danach besuchte er viele Städte für Konzertreisen und hielt sich in Weimar, Gotha, Berlin und Leipzig auf. Zwischen 1813 und 1816 arbeitete er als Operndirektor am Ständetheater in Prag. 1817 heiratete er die Sängerin Caroline Brandt. Das Verhältnis des Paares war aber häufig von Konflikten und Streit überschattet.

Im selben Jahr kam er schließlich ans Dresdner Hoftheater. Die Zeit in Dresden sollte zentral für sein Lebenswerk werden. Mit dem Titel des königlichen Kapellmeisters und Direktors der Oper verhalf er mit tatkräftiger Unterstützung des Grafen Vitzthum der deutschen Oper zu mehr Ansehen. Bis dahin hatte die italienische Oper als künstlerische Form die Konzerthäuser beherrscht. Hier schrieb er sein bekanntestes Werk: „Der Freischütz”. Die romantische Oper um Spuk, Magie und Liebe machte Carl Maria von Weber weltberühmt. Fast drei Jahre hatte er daran gearbeitet. Die Uraufführung fand im Juni 1821 im Berliner Schauspielhaus am Gendarmenmarkt statt.

Briefmarke der DDR aus dem Jahr 1986.
Briefmarke der DDR aus dem Jahr 1986.

In Dresden kam es durch Weber auch zu Opernreformen in Bezug auf die Aufführungspraxis. So etablierte er den Taktstock als Standardausrüstung der Komponisten, die das Orchester vorher lediglich am Klavier oder Cembalo begleitet hatten.

1826, mit nur 40 Jahren, starb Carl Maria von Weber in London an Lungentuberkulose.  Richard Wagner sprach bei der Trauerfeier seine Grabrede „An Weber´s letzter Ruhestätte” und schuf eigene Kompositionen für diesen Anlass. Später war es ebenfalls Wagner, der veranlasste den Sarg nach Dresden zu holen, wo Weber auf dem Alten Katholischen Friedhof beerdigt wurde.

 

Neben den Festspiel-Wochen veranstaltet Carl Maria von Webers Geburtsstadt Eutin jedes Jahr mit den Weber-Tagen von Juni bis November ein umfangreiches Kulturprogramm aus Konzerten, Ausstellungen und Vorträgen.

 

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Quellen:

Max M. von Weber: Carl Maria von Weber. Ein Lebensbild. Leipzig: Ernst Keil 1864/1866.

http://www.bad-bad.de/gesch/c_m_v_weber.htm
http://www.weber-gesamtausgabe.de/de/Biographie
http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Maria_von_Weber

 

 

Bilder: gemeinfrei



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