Schleswig_Holstein Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.schleswig-holstein-lese.de
Unser Leseangebot
Strandgut
Ein Inseltagebuch

Berndt Seite

Die Ostsee ist ein Sehnsuchtsort, an dem man seine Gedanken mit dem Meer schweifen lassen kann. Beim Anblick der Wellenbewegungen kommen Erinnerinerungen an das Auf und Ab des Lebens auf. In eindrucks- und stimmungsvollen Bildern beschreibt Berndt Seite in seinem Tagebuch philosophische Reflexionen in Rückblick auf sein privates und poltisches Leben. Das raue und derbe Klima der Ostsee, die verschiedenen Jahreszeiten am Meer haben dabei ihren ganz eigenen Charme und helfen ihm, alte Dinge abzustreifen und wieder zu sich selbst zu finden.

Knick

Ulrike Unger

Die mittelniederdeutsche Bezeichnung „Knick" geht auf das Adjektiv „knicken" zurück.

„Knicken" bezeichnet das regelmäßige Stutzen der Felder begrenzenden Wallhecken – der Knicks – die in der agrarisch geprägten norddeutschen Kulturlandschaft ein so charakteristisches Bild sind. Der „Knick" als norddeutsche Bezeichnung einer Wallhecke ist sprachlich aus dem 16. Jahrhundert überliefert. Die Wälle, mit denen die Hecken verwachsen sind, sind künstlich aufgeschüttete Erd- oder Steinhügel.

Knicks begrenzen Flurstücke und sind in gesundem Zustand leistungsfähige Witterungsbarrieren gegen Schnee oder Wind. Die Oberseite eines jeden Erdwalls ist abgeflacht und dicht bepflanzt mit unterschiedlichen heimischen Gehölzen, die das waldarme Schleswig-Holstein landschaftlich strukturieren und ökologisch bereichern.

Das Abknicken der Zweige nennt man auch „auf den Stock setzen". Dabei wird das Strauchwerk (heute mit zum Teil schwerem technischem Gerät) zurückgeschnitten, sodass es später wieder dicht nachwachsen kann. Nur die sogenannten Überhälter, einzelne große Bäume, bleiben unberührt. In Norddeutschland darf die Tätigkeit der sogenannten Knick-Pflege nur während der Vegetationsruhe erfolgen, also in den Herbst- und Wintermonaten.

Der Begriff „Knick" ist außerhalb Norddeutschlands vor allem durch die Redewendung „aus dem Knick kommen" bekannt. Auf dem Lande galten die üppig grünen Wallhecken früher bei jungen Liebespaaren als durchaus geschätztes Fleckchen, um ungestört sein zu können. Rief dann jemand, man solle „aus dem Knick kommen", galt das Heckenversteck als enttarnt und man musste sich wohl oder übel zeigen.

 

***

Quellen:

· Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Hrsg. von Wolfgang Pfeifer. 2. Auflage. Bd. 1: A-L. Akademie Verlag 1993.
· So spricht Schleswig-Holstein. Hrsg. von Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH & Co. KG. Ellert & Richter 2013.
· Wikipedia: Wallhecke

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Moin
von Ulrike Unger
MEHR
Twiete
von Ulrike Unger
MEHR
Fisimatenten
von Ulrike Unger
MEHR
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen