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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Fisimatenten

Ulrike Unger

Auch der norddeutsche Muttersprachler kennt den auf den etwas exotisch anmutenden Begriff. Wie oft ist man als Kind von der Mutter oder Verwandten gewarnt worden mit dem Satz: „Mach bloß keine Fisimatenten!“ Tatsächlich ist das Wort ein Export aus dem Lateinischen und kein original plattdeutscher Begriff. Trotzallem ist er den Nordlichtern in der Redewendung „Maak man keen Fisematenten!“ bekannt. Übersetzt bedeuten Fisimatenten soviel wie „Dummheiten, Schwierigkeiten, Unannehmlichkeiten“. Auch wenn der Ursprung des Worts aufgrund seines anekdotenhaften Charakters gern im Französischen gesucht wird, ist die genaue Herkunft nicht vollständig geklärt. Oft findet man die Erklärung, französische Soldaten luden während der napoleonischen Belagerung zu Beginn des 19. Jahrhunderts deutsche Frauen mit der Aufforderung „Visitez ma tente!“ in ihr Zelt ein, um sich mit ihnen die Zeit zu vertreiben. Der genaue Ursprung ist sehr wahrscheinlich aber ein anderer, denn es gibt deutlich frühere Belege aus der lateinischen Amtssprache des späten Mittelalters. Offizierspatente, durch die Militärs ganz offiziell in ihren Dienstgrad gehoben wurden, hießen damals Visae patentes literae, was als „ordnungsgemäß verliehenes Patent“ übersetzt werden kann. Diese Ernennungsbriefe hatten den Nachteil, dass sie, ehe sie dem Soldaten ausgehändigt wurden, in einem sehr langwierigen und schwierigen bürokratischen Verfahren erstellt wurden. Nachweisbar ist außerdem ein ebenfalls lateinischer Begriff aus der Wappenkunde (Heraldik) mit der Bezeichnung „fisiment“, welcher sich als „unnötige, überflüssige Verzierung“ übersetzen lässt.

 

***

· So spricht Schleswig-Holstein. Hrsg. von Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH & Co KG. Ellert & Richter 2013

· Wikipedia: "Fisimatenten"

· http://www.dw.de/fisimatenten-ein-besuch-im-zelt/a-5198554

 

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